Struktur und Ablauf der Leistungen

Der Ablauf im BTZ Würzburg gliedert sich in vier Phasen:

  1. Vorbereitungsphase 
  2. Orientierungsphase
  3. Qualifizierungsphase
  4. Wiedereingliederungsphase

Wichtiges Prinzip im Ablauf des BTZ ist das Individualprinzip. Das heißt: Individuelle Eintrittstermine für die Teilnehmer, individuelle Berufswegorientierung und -planung, individuell gestaltete Lernanforderungen, Eingehen auf die besondere sozialpsychologische Situation jedes Teilnehmers, Individualschulung teilweise in der fachtheoretischen, überwiegend in der fachpraktischen Qualifizierung. Damit gewährt das im Ansatz möglichst realistisch gestaltete Arbeitsmilieu im BTZ Würzburg notwendige Freiräume für die berufliche und persönliche Entwicklung der psychisch erkrankten Menschen.

In einer Vorbereitungsphase werden die potenziellen Teilnehmer zu Informationsgesprächen in das BTZ Würzburg eingeladen. Ein erstes Gespräch dient schwerpunktmäßig der allgemeinen Information der Interessenten, während ein zweites Informationsgespräch als Grundlage zur Entscheidungsfindung durch das BTZ Würzburg dient.

In der Orientierungsphase (ca. 3 Monate) stehen die Klärung der Arbeitsvergangenheit, der Aufbau von Grundarbeitsfertigkeiten und die Entwicklung der Schlüsselqualifikationen im Mittelpunkt der Tätigkeit. Ziel dieser Phase ist nicht die Vermittlung fachtheoretischer oder fachpraktischer Kenntnisse.

Die Qualifizierungsphase (ca. 6 Monate) dient der Einübung fachtheoretischer Kenntnisse und fachpraktischer Fertigkeiten, der Steigerung der individuellen Belastbarkeit sowie der gezielten Einübung der Arbeitnehmerrolle.

Die Wiedereingliederungsphase (ca. 3 Monate) hat das Ziel der Arbeitsaufnahme auf dem ersten Arbeitsmarkt bzw. die Aufnahme einer geschützten oder teilgeschützten Tätigkeit. Im Einzelfall kann auch die Teilnahme an weiterführenden Bildungsangeboten als Ziel angesehen werden.

Neben der Ergänzung berufsspezifischer Kenntnisse werden in dieser Phase hauptsächlich Vertiefungspraktika durchgeführt. Um dem Grundsatz der wohnortnahen Versorgung seelisch behinderter Menschen gerecht zu werden, orientiert sich die Standortwahl der Praktikumsbetriebe in der Wiedereingliederungsphase an dem jeweiligen Wohnort der Teilnehmer.
 

Besonderheiten des Individuellen Trainingsbereichs (ITB)

In der Orientierungsphase werden die Teilnehmer an individuellen Trainingsplätzen im Haus eingesetzt. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auch hier beim Aufbau von Grundarbeitsfertigkeiten und bei der Entwicklung von Schlüsselqualifikationen.

Ausgewählte externe Trainingsbetriebe im ITB bieten in der Qualifizierungsphase die Möglichkeit, notwendige Teilfeld- und Schlüsselqualifikationen unter realitätsnahen betrieblichen Bedingungen zu trainieren. Der Teilnehmer hat die Möglichkeit, seine soziale Rolle als Arbeitnehmer in der betrieblichen Praxis zu stabilisieren. Während des externen Trainings ist es notwendig, eine der Art und Schwere der Behinderung angemessene Begleitung und Betreuung durch die Mitarbeiter des BTZ auch am Arbeitsplatz sicherzustellen. Dabei wird vor Ort die Beratung des externen Trainingsplatzgebers gewährleistet. Die Teilnehmer sind während des gesamten Verlaufs an individuell abgestimmten Terminen tageweise zur psychosozialen, fachtheoretischen und ggf. fachpraktischen Arbeit im BTZ.

Schwerpunkte sind die Auswertung der Erfahrungen auf dem Trainingsplatz, die Weiterentwicklung des individuellen Förderplans, die Vermittlung fachtheoretischen und ggf. fachpraktischen Wissens, das Bewerbungstraining, das Aufarbeiten psychosozialer Schwierigkeiten und die gemeinsame Planung der Wiedereingliederungsphase.

In der Qualifizierungsphase erfolgt die Fachpraxis, die Fachtheorie und die psychosoziale Arbeit alternierend mit zunehmendem Anteil der Fachpraxis und abnehmendem Anteil der Fachtheorie und der psychosozialen Arbeit. Die externen Trainingsplätze sind BTZ-nah, um die zu Beginn dieser Phase noch notwendige enge Anbindung an das BTZ sicherzustellen.

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